Garibaldi, Sizilien und das Risorgimento

DIE GESCHICHTE SIZILIENS

Auf nach Rom oder in den Tod! Garibaldi auf Sizilien

Wie Goethe so schön schrieb: „Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem.“

Vermutlich dachte Garibaldi ähnlich, als er Sizilien als Ausgangspunkt seiner Vereinheitlichung von Italien wählte.

Der so genannte „Held der zwei Welten“ ging am 11. Mai 1860 mit gerade mal 1.000 Männern in Marsala von Bord (daher der Ausdruck zum Dank „Grazie Mille“). Nicht eine Kugel wurde abgefeuert, denn Garibaldi war extrem schlau. In sizilianischen Gewässern angelangt, ankerte Garibaldi seine zwei Schiffe vor der Insel Favignana und wartete. Als die zwei französischen Fregatten, die im Hafen von Marsala stationiert waren, auf Erkundungsfahrt gingen, gelangte Garibaldi unbemerkt hinter ihnen in den Hafen und legte neben den zwei englischen Armeeschiffen und dem Kutter eines englischen Weinhändlers an.

Als die Franzosen zurück in den Hafen einliefen, konnten sie nicht auf Garibaldi feuern aus Angst, eines der englischen Schiffe zu treffen und einen ernsthaften diplomatischen Vorfall herbeizuführen. In der Zwischenzeit deckten sich Garibaldi und seine in roten Hemden gekleideten Männer mit Marsala-Wein ein, bevor sie ihren raschen Siegeszug durch Sizilien in Angriff nahmen.

Nachdem Garibaldi in Salemi ein vereinigtes Italien ausrief, folgte die erste wirkliche Schlacht vier Tage später, sie resultierte im berühmten Sieg über die 3.000 Mann starke französische Garnison bei Calatafimi. Die einmarschierende Armee schwoll um Tausende von Sizilianern an, die die Gelegenheit wahrnahmen, sich ihrem Befreier und Helden anzuschließen.

Am 27. Mai kamen sie in Palermo an, wo ein erbitterter Kampf entfachte. Die Einwohner der Stadt bekämpften ihre französischen Herrscher und Palermo wurde größtenteils in Schutt und Asche gelegt.

Hilfe war aber zur Hand in Form der omnipräsenten englischen Marine, die intervenierte und einen Waffenstillstand ausrief. Die bourbonischen Truppen gaben die Stadt auf und formierten sich weiter im Osten und auf dem italienischen Festland neu.

Innerhalb von sechs Wochen war ganz Sizilien mit Ausnahme der Hochburg von Messina befreit. Diese fiel jedoch bald auch und Garibaldi und seine behelfsmäßige Armee marschierten nach Rom. Der Rest ist, wie es so schön heißt, Geschichte!

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