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Die ruhmreiche Geschichte Siziliens unter den Arabern

DIE GESCHICHTE SIZILIENS

As-Salamu `Alaykum” wäre vor tausend Jahren eine normale Begrüßung auf Sizilien gewesen! Warum? Weil Sizilien von 827 bis 1061 unter arabischer Herrschaft stand, eine Periode der Erleuchtung, deren kulturelle, sozialen und wirtschaftlichen Reformen einen tiefen und lang andauernden Einfluss hatten, der heute noch zu spüren ist. 

Nach der Geburt des Islams im frühen 7. Jahrhundert wurden die Lehren Mohammeds rasch verbreitet, insbesondere in Ägypten und Nordafrika. Bald nahm die arabische Welt in vielen Bereichen eine führende Stellung ein, so zum Beispiel in Medizin, Mathematik, Astronomie, Landwirtschaft, Kartografie und Dichtung. Ihre militärische Kraft war nicht weniger von Bedeutung und es war nur eine Frage der Zeit, bis Sizilien als Handelsknotenpunkt in die Hände der Araber fiel.

Nach verschiedenen erfolglosen Versuchen, ergriff Ziyadat Allah die Macht über Mazara del Vallo, im Südwesten der Insel (zufälligerweise weist das heutige Mazara einen großen Bevölkerungsteil aus Tunesier und Algerier auf, die im Kasbah-Viertel wohnen). Die Invasion zog in Richtung Palermo weiter (oder Panormus, wie es damals hieß), das fünf Jahre später fiel. Bal’harm, wie sie die Stadt umbenannten, wurde die Hauptstadt und Regierungssitz. Über die nächsten fünfzig Jahre fielen die meisten Großstädte in arabische Hände, die letzte war Syrakus in 878.

Die Arabische Herrschaft auf Sizilien überdauerte drei nordafrikanische Dynastien: die Aghlabids, die Fatimiden, deren Hauptstadt in Kairo war, und die Kalbiden. 948 erklärte sich Hassan al-Kalbi zum Emir von Sizilien und schon bald wurden „konkurrierende“ Emirate in Enna und Syrakus gegründet. Die Insel wurde in drei administrative Bezirke unterteilt, deren Namen bis heute geblieben sind: Val di Mazara, Val di Noto und Val di Demone. Das Val steht hier nicht für Tal, sondern es ist arabische Wort für Provinz.

Was haben die Araber je für uns getan?

Wie bereits früher erwähnt, war die arabische Welt damals die fortschrittlichste Zivilisation und Sizilien profitierte enorm ein Teil davon zu sein.

Allein im Bereich der Landwirtschaft vollbrachten die Araber wahre Wunder. Sie teilten große Ländereien auf und diversifizierten die Produktion. Während sie weiterhin Siziliens Potenzial als Weizenproduzent ausnutzten, führten sie eine Reihe an Kulturpflanzen ein, unter anderem einer der wichtigsten Exportschlager Siziliens: Zitrusfrüchte. Zuckerrohr, Baumwolle, Datteln und Hanf wurden in beachtlichen Mengen angebaut, dank der Einführung eines ausgeklügelten Bewässerungssystems. Überlebende Zeitzeugen davon sind die “qanats” in Palermo, unterirdische Wasserstraßen, die das Wasser durch die Stadt transportierten.

Die Araber hatten starke Handelsbeziehungen zum Nahen- und Fernen Osten und knüpften bald neue in Europa. Textilien, Zucker, Stricke, Seide und in Suks geschmiedete Waren wurden bald in alle Welt verschifft und Sizilien wurde ein wichtiger Handelsknotenpunkt.

Die Araber waren auch hervorragende Baumeister und Städteplaner. Die meisten Sizilianischen Städte und Orte sahen beachtliche Veränderungen während der arabischen Herrschaft, so zum Beispiel Palermo, wo der Kalsa- und Cassaro-Distrikt erbaut wurden. Ebenso schossen Märkte aus dem Boden, einige davon wie Capo und Ballaro in Palermo, die an Suk-Märkte erinnern, sind noch immer aktiv.

 

Was ist davon übrig geblieben?

Leider sind mit Ausnahme der Bäder bei Cefala Diana, südlich von Palermo nicht viele Gebäude aus der arabischen Herrschaft übrig geblieben. Das Äußere von Palermos Kathedrale, die zeitweise als Moschee diente, trägt arabische Inschriften und interessante Beispiele untypischer islamischer Kunst. Die Normannen waren große Bewunderer der arabischen Architektur und verwendeten arabische Architekten, Künstler und Handwerker für ihre neuen Bauten. Das Resultat war, dass mehrere von Palermos Kirchen von roten Kuppeln überdacht oder mit kunsthandwerklichen Verzierungen dekoriert wurden (wie die Capella Palatina des Palazzo Reale von Palermo und die Kathedrale von Monreale um nur zwei wundersame Beispiele zu nennen). Die beiden Gartenpaläste La Zisa und La Cuba, ebenfalls in Palermo, sind in reinem Fatimid-Stil gehalten und von arabischen Gärten umgeben.

Die sizilianische Küche übernahm viele der gaumenschmeichelnden arabischen Zutaten wie: Mandeln, Anissamen, Aprikosen, Artischocken, Zimt, Orangen, Pistazien, Grenadinen, Saffran, Sesam, Spinat, Zuckerrohr, Wassermelonen und Reis. Heutzutage sind Rosinen und Pinienkerne feste Zutaten in vielen Teigwaren- und Fischrezepten und viele Süßspeisen haben arabische Wurzeln wie Sorbets und granitas, die ihre Popularität dem nordafrikanischen Einfallsreichtum zu verdanken haben. Eines der beliebtesten traditionellen Gerichte im Westen ist Couscous - ein Überbleibsel aus arabischen Zeiten - der jedes Jahr Ende September in San Vito Lo Capo mit dem internationalen Couscous-Fest gefeiert wird. Die Zibbibo-Traube, die zur Herstellung des exklusiven Dessertweins Passito di Pantelleria verwendet wird, wurde von den Arabern eingeführt. Und als ob dies nicht schon genug der guten Einflüsse gewesen wäre, waren es die Araber, die als erste getrocknete Teigwaren in großer Menge herstellten!

 

Hinter den Namen steckt kein Schall und Rauch.

Wo auch immer Sie auf Sizilien hingehen, werden Sie auf Städte und Dörfer mit Namen arabischen Ursprungs treffen: Caltagirone, Caltanisseta, Caltabellotta und Caltavuturo stammen alle vom arabischen Wort calta für Schloss, das gibil in Mongibello, Gibilmanna und Gibellina bezieht sich auf die Lage im Gebirge, Regalbuto, Racalmuto und Regaliali sind von rahlabgeleitet, das soviel wie Gebiet oder Dorf bedeutet und Mislimeri bedeutet die Ruhestätte des Emirs (Manzil-Al-Emir). Marsala oder Mars’Allah ist der Hafen Gottes und Alcamo wurde vom muslimischen General Al-Kamuk gegründet…

Arabische Nachnamen sind noch immer präsent, so sind z.B. Salimbeni, Taibbi, Sacca’, Zappala’, Cuffaro und Micicchè ziemlich gängige Zeugen der teils nordafrikanischen Abstammung Siziliens.

Sprechen die Sizilianer in ihrem Dialekt, sind ihre Gespräche durchzogen mit Worte arabischer Abstammung wie Cassata (qashata - Käse), gebbia (già-bìa – Wassertank zu Bewässerung), zagara (zahr – Orangenblüten) und mischinu (miskin –für arme/unglückliche Person).

 

Siziliens vielschichtige Magie entstammt seiner vermischten DNA: Griechen, Römer, Araber, Normannen, Spanier und Franzosen vermengten sich zu einem Ganzen, das Sie immer wieder von Neuem zurück nach Sizilien ziehen wird...

 

...Insha'Allah - so Gott will(wie sie vermutlich einst in Palermo sagten!).  

 

 


 

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