Mozia (Mothya) - die Inselfestung der Karthager auf Sizilien

ARCHÄOLOGISCHE STÄTTEN AUF SIZILIEN

Motyé est visible depuis les marais salants et le lagon | Think Sicily

Villen auf Sizilien in der Nähe von Mozia >>

Die Lagune im Naturschutzgebiet Stagnone auf halber Strecke zwischen Trapani und Marsala an der Westküste Siziliens beherbergt ein äußerst merkwürdiges Mini-Archipel, in dessen Mittelpunkt sich die kleine Insel Mozia (Mothya) befindet.

Hier erbauten die Karthager vor etwa 2700 Jahren einen Außenposten und eine blühende Handelsstadt, die zusammen mit den heutigen Erice und Palermo sich schon bald zu einer ihrer wichtigsten erfolgreichen Niederlassungen entwickelte.

Wenn man sich die Insel heute anschaut, kann man sich nur fragen, ob die 45 Hektar wirklich genug Platz für eine ganze Stadt boten. Archäologische Untersuchungen und Aufzeichnungen des Diodor von Sizilien beweisen jedoch, dass die Straßen schmal und die Häuser relativ hoch waren, um den engen Raum bestmöglich zu nutzen. Die Stadt war umgeben von starken Befestigungswällen, um Angriffe seiner griechischen Gegner auf Sizilien abzuwehren, und am südlichsten Punkt der Insel wurde ein kleiner Binnenhafen oder cothon angelegt, der über einen künstlich angelegten Kanal zugänglich war.

Besonders genial war jedoch der Unterwasserweg, eingebettet in die seichte Lagune. Er verband das Nordtor der Stadt mit dem Festland und ermöglichte es großrädrigen Karren und Pferden, das Wasser beinah gleitend zu durchqueren. Dieser Dammweg, ein erstaunliches technisches Meisterwerk, ist auf Satellitenfotos gerade noch erkennbar.

Nach mehreren hundert Jahren Wohlstand wurde Mozia 397 v. Chr. durch Dionysios, dem griechischen Tyrannen von Siracusa, erobert. Nach einer langen, schweren Schlacht, in welcher die Einheimischen ihre Stadt mit äußerster Entschlossenheit verteidigten, siegten die Griechen. Sie plünderten die Stadt und ließen die meisten Einheimischen durch das Schwert fallen. Ein Jahr später eroberte karthagische General Himilco Mozia zurück, beschloss aber, eine neue Stadt, Lilibeo, auf dem Festland zu erbauen (heute Marsala). Auf der Insel blieben lediglich einige Gutsherren zurück, seine Blütezeit aber war vorüber.

Zu den archäologischen Überresten, viele davon entdeckt von Pip „Giuseppe“ Whitaker aus einer der mit der Marsala-Herstellung befassten Familien, die im Besitz der Insel waren, gehörte das “Cappidazzu”, ein Ort für religiöse Opfergaben, Teile der Befestigungswälle, darunter das Nordtor, eine Nekropolis mit mehreren Grabkammern und die Grundmauern einiger wunderschöner Villen, komplett mit herrlichen Beispielen uralter Mosaiken aus schwarzen und weißen Kieselsteinen. Im kleinen, aber faszinierenden Museum in der Villa Whitaker sind viele Fundstücke nordafrikanischen (karthagischen) und griechischen Ursprungs zu sehen, darunter die fabelhafte Statue eines Wagenlenkers.

Die Überfahrt zur Insel könnte nicht einfacher sein: begeben Sie sich einfach zum kleinen, gut ausgeschilderten „Mozia“-Pier auf dem Festland bei der Saline Infersa und nehmen Sie eines der häufigen Boote. Im Frühling und Frühsommer ist Mozia auch ein wunderschönes Ausflugsziel für ein Picknick...

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Griechische und andere archäologische Stätten auf Sizilien:

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