Trani, ein mittelalterliches Juwel am Meer

DIE MITTELALTERLICHE STADT TRANI

Tranis einzigartige Kathedrale am Meer ist seit Jahrhunderten ein leicht erkennbares Wahrzeichen für die Seefahrer auf dem Adriatischen Meer. Die Kathedrale zählt zu den schönsten in ganz Italien. Doch wer einige Zeit in Trani verbringt, merkt schnell, dass die Kathedrale nur ein kleiner Vorgeschmack auf die Schätze der Stadt ist!

Obwohl seine Geschichte noch etwas weiter zurückreicht, wurde das nördlich von Bari gelegene Trani vor allem im 11. bis 13. Jahrhundert zu der wunderschönen Stadt, wie wir sie heute kennen. Die strategische Lage an der Adriaküste machte den Ort zu einem wichtigen Ausgangshafen für die Kreuzzüge sowie zu einem florierenden Handelszentrum, das viele Familien aus Italiens großen Seerepubliken anzog, mit denen die Stadt enge diplomatische Beziehungen unterhielt. Zur gleichen Zeit lebte in Trani auch die größte jüdische Gemeinde Süditaliens, wovon noch heute die beeindruckende Scolanova-Synagoge zeugt.

Der alte Stadtkern, ein bezauberndes mittelalterliches Netz aus Straßen mit interessanter Architektur, ist um den malerischen Fischerhafen ausgerichtet, der wiederum Platz für viele Bars, Cafés und Fischrestaurants bietet.

Geht man von hier zum nördlichen Ende des Hafens, gelangt man zur Kathedrale, einem ausgezeichneten Beispiel romanischer Architektur, dessen cremeweißer Kalkstein und die großzügigen Proportionen die atemberaubende Lage neben der tiefblauen Adria noch betonen. Sie wurde 1143 fertiggestellt und ist dem Pilger Sankt Nicholas gewidmet. Die Kathedrale hat eine Form wie eine Basilika, mit drei Apsen und einer großen Krypta. Das (drei)eckige Dach wird von mächtigen Mauern gestützt, deren hohe Fenster dem Gebäude ein festungsähnliches Aussehen verleihen. Am Westende befindet sich ein Rosettenfenster und ein detailliert geformtes Portal, dessen originale Bronzetüren, ein Werk von Barisano di Trani (von ihm stammen auch die Türen der Monreale-Kathedrale auf Sizilien), im Innern bewahrt werden. An der Südseite befindet sich ein alles überragender 60 m hoher Turm, der 1239 fertiggestellt wurde.

Etwa 100 m westlich der Kathedrale, entlang der Strandmauer, gelangt man zu Tranis zweitem architektonischen Meisterwerk: der Burg von Kaiser Friedrich II. aus dem Jahre 1233. Die Burg thront direkt über dem Meer, dessen Wellen gegen ihre Mauern schlagen. Sie hat eine klassische viereckige Form, an jeder Ecke steht ein mächtiger quadratischer Turm. Im Laufe der Jahre wurden immer weitere Bereiche angebaut und der mit Meerwasser gefüllte Wassergraben wurde zugeschüttet, doch die Grundstruktur von Friedrichs originaler Burg ist bis heute noch erhalten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Burg als Gefängnis genutzt und erst 1974 wurden die Insassen in eine modernere Einrichtung verlegt. Die Burg wurde in den letzten Jahren restauriert und kann nun besichtigt werden. Hier finden häufig Konzerte, Kunstausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. 

Wenn Sie nach einem morgendlichen Spaziergang in Trani und einem leckeren Mittagessen im Freien am Hafen noch mehr entdecken möchten, können Sie in nur 40 Fahrtminuten eine weitere beeindruckende Burg von Friedrich II entdecken, das Castel del Monte.

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