Bari, die Stadt des Sankt Nikolaus

STÄDTE UND GEMEINDEN IN APULIEN

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Obwohl Bari, die Hauptstadt der Region, nicht immer der erste Zielort für Besucher in Apulien ist, hat diese Stadt doch viel zu bieten, und es lohnt sich, hier ein wenig Zeit zu verbringen.

Seit Jahrtausenden gilt Bari als belebtes kommerzielles Zentrum und Handelshafen. Besondere Bedeutung erlangte sie zuerst unter römischer Herrschaft, unter welcher sie sich zu einer der wichtigsten Städte an der Adria entwickelte. Dieser Status wurde 109 n. Chr. bestätigt, als Kaiser Trajan die bestehende Via Appia so verlegte, dass sie durch die Stadt führte, wodurch Tarent im Grunde provinzialisiert und Bari zu seinem heutigen Status als Apuliens Hauptstadt erhoben wurde.

Unter byzantinischer Herrschaft, die mit Unterbrechungen ca. 500 Jahre nach dem Fall Roms anhielt, entstand eine untrennbare Verbindung zum östlichen Mittelmeer. Der Hafen der Stadt wurde zum Stützpunkt des Sklavenhandels, der Osteuropäer zu Tausenden in die Türkei und andere Länder des Nahen Ostens sandte. Später entwickelte sich Bari zu einem wichtigen Ausgangshafen für die Kreuzzüge.

Diese Verbindung zum nahen Orient besteht auch heute noch, und seit 1930 ist Bari Gastgeber einer der berühmtesten Messen im Mittelmeerraum: der Fiera del Levante. Erwähnenswert ist auch, dass Bari mit seinen regelmäßigen Fährverbindungen in die Balkanländer und nach Griechenland der geschäftigste Passagierhafen der Adria ist. 

Für Opernliebhaber sollte ein Besuch in Bari einen Abend im Teatro Petruzzelli einschließen.

Die Levant hat in der Religionsgeschichte der Stadt Spuren hinterlassen, und bis 1025, als die byzantinische Herrschaft ein Ende nahm, unterstand Bari der bischöflichen Jurisdiktion des Patriarchen von Konstantinopel. Später im gleichen Jahrhundert, unter normannischer Herrschaft, kam es zu einem entscheidenden historischen Ereignis für Bari: die Ankunft der Gebeine des heiligen Nikolaus. Die ursprüngliche Ruhestätte des Heiligen, Myra in Lykien (heute in der Türkei), war unter muslimische Herrschaft gefallen, und so begaben sich Seefahrer aus Bari und Venedig auf den Weg, seine sterblichen Überreste zurückzuholen. Die Apulianer kamen zuerst an und überführten die Gebeine am 9. Mai 1087 nach Bari. Um einen angemessenen Aufbewahrungsort für ihre neu erworbenen ehrwürdigen Gegenstände zu schaffen, begannen die Bewohner Baris unverzüglich mit dem Bau eines Gebäudes, das zum wichtigsten der Stadt werden sollte: der Basilica di San Nicola.

Die heutige Basilika geht auf das Ende des 12. Jahrhunderts zurück und ist ein sehr schönes Beispiel romanischer Architektur. Sie ist der Mittelpunkt des Bari Vecchia (der alten Stadt) und jedes Jahr Ziel für Tausende von Wallfahrern aus allen Teilen der Welt, darunter viele griechisch- und russisch-orthodoxe Besucher. Besonders erwähnenswert ist die Festa di San Nicola, die jedes Jahr vom 7. bis 9. Mai stattfindet und die Ankunft der Gebeine des Heiligen in Bari feiert... Lassen Sie sich dieses Erlebnis nicht entgehen, wenn Sie in dieser Gegend sind!

Bari Vecchia ist ein faszinierendes Geflecht von Straßen, das Ortsansässige bis noch vor zehn Jahren als Stadtteil sahen, den es auf jeden Fall zu vermeiden galt (Hinweis für Fußballfans: hier ist Antonio Cassano aufgewachsen!). Dank einer umfassenden Aufräum- Säuberungsaktion lädt er nun zum Bummeln ein - hier finden sich Cafés, Bars und Restaurants. Nicht weit von der Piazza San Nicola befinden sich die anderen architektonischen Attraktionen Baris: die Cattedrale di San Sabino, ebenfalls zum Ende des 12. Jahrhunderts von den Normannen im romanischen Stil erbaut, und das Castello Svevo, die mächtige Festung des Kaisers Friedrich II.

Baris lange am Meer entlang verlaufende Promenade, die von Bari Vecchia zum moderneren Einkaufsviertel führt, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts von Joachim Murat, Napoleons Schwager, auf einem achteckigen Grundriss erbaut.

Für Opernliebhaber sollte ein Besuch in Bari einen Abend im Teatro Petruzzelli einschließen: Es ist nach dem Teatro Massimo in Palermo, La Scala in Mailand und San Carlo in Neapel das viertgrößte Opernhaus Italiens. Ursprünglich Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut, wurde es 1991 vollkommen zerstört, als nach der Aufführung von Bellinis Norma ein Brand ausbrach. Nach jahrelanger Restaurierung wurde es 2009 neu eröffnet.

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