Friedrich II Stupor Mundi und seine Schlösser

DIE GESCHICHTE APULIENS

König von Sizilien, König von Jerusalem, König der Römer, König von Italien, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches… Friedrich II., Stupor Mundi - er war ein vielbeschäftigter Mann!

Als Gönner der Künste, Poesie und Wissenschaft war er nicht nur einer der wichtigsten Herrscher des Mittelalters, er war auch ein belesener, toleranter Humanist, dessen Leidenschaft für Architektur uns heute noch in echtes Staunen versetzt.

Friedrich II. vermachte der Welt enormes architektonisches Erbgut, das größtenteils in Süditalien zu finden ist. Auf seinem Weg hinterließ er eine Spur von Schlössern, Palästen und die eine oder andere Kathedrale, und einige der besten Beispiele befinden sich in Apulien.

Sein apulisches Meisterstück ist zweifellos das zwischen 1229 und 1249 erbaute Castel del Monte. Dank der „Vollkommenheit seiner Formen sowie der Harmonie und Verschmelzung kultureller Elemente aus Nordeuropa, der muslimischen Welt und der klassischen Antike“ wurde Castel del Monte 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.

Auf einem bewaldeten Hügel außerhalb der Stadt Andria, ca. 50 km nördlich von Bari, bietet Castel del Monte einen Ehrfurcht einflößender Anblick, den man so leicht nicht vergisst Friedrichs Leidenschaft für Astronomie und Geometrie ist unübersehbar:  Das Kastell hat einen achteckigen Grundriss und wird von ebenfalls achteckigen Türmen geschützt. Auch der Innenhof hat eine achteckige Form und in jedem der beiden Stockwerke befinden sich acht Zimmer. Diese geometrische Gleichmäßigkeit setzt sich in den Fenstern fort, die über einzelne Öffnungen im Erdgeschoss und doppelte Spitzbögen im ersten Stockwerk verfügen.

Das Innere des Castel del Monte, mit seinen hohen Deckengewölben, kunstvoll gestalteten Säulen und Kapitellen und verzierten Fenstern, ist gleichermaßen beeindruckend. Diese Merkmale zusammen mit dem fehlenden Wassergraben deuten auf die eigentliche Funktion des Kastells hin: Es war wohl eher ein privates Jagdschloss für den Kaiser als ein wirkliches Bollwerk.

Haben Sie nach einem Besuch des Castel del Monte Lust, weitere Schlösser von Friedrich in Apulien zu erkunden, können wir diese empfehlen:

Trani (an der Küste etwas nördlich von Bari) - erbaut zwischen 1233 und 1249, ist einer unserer Favoriten! Direkt am Meer gelegen, verfügt das Schloss über einen mit Meerwasser gefüllten Wassergraben.

Barletta (etwas nördlich von Trani an der Küste) war ursprünglich eine normannische Burg mit einem Wassergraben. Friedrich wandelte sie in einen königlichen Palast mit prachtvolleren, architektonischen Raffinessen um.

Bari – ursprünglich von König Roger II. von Sizilien erbaut. Nach seiner Zerstörung im Jahre 1156 baute Friedrich es fast vollkommen neu auf.
 
Lucera (etwas nördlich von Foggia) - 1233 auf den Grundmauern einer ehemaligen Kathedrale erbaut. Unter König Karl I. von Anjou wurde das Schloss später stark verändert, die beiden zylindrischen Türme nach Friedrichs ursprünglichem Design wurden jedoch bewahrt.

Gravina in Puglia (in der Nähe von Altamura) - erbaut 1231 als Landhaus für Friedrichs Lieblingsbeschäftigung, das Jagen mit Vögeln. Friedrich war von diesem Landstrich besonders angetan und bezeichnete ihn als “Lustgarten”. Davon ist jedoch heute nicht mehr viel zu sehen.

Oria (genau in der Mitte von Apulien zwischen Tarent und Brindisi) – Friedrich vergrößerte die bereits existierende Burg zwischen 1227 und 1233, akzentuierte ihre dreieckige Form und bereitete sie für die Hochzeitsgesellschaft des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches vor.

Brindisi - 1227 erbaut und später von Ferdinand I. von Aragon und Karl V. umgebaut und erweitert. Brindisi war einer der Hauptabfahrtshäfen für die Kreuzzüge, wodurch dem Schloss besondere Bedeutung zukam.

Gioia del Colle (in der Mitte von Apulien zwischen Tarent und Bari) - 1100 von Richard Seneschal erbaut, aber später von Friedrich weitgehend umgebaut. In diesem Schloss hielt er seine Mätresse Bianca Lancia gefangen… aber das ist eine andere Geschichte!

Otranto - obwohl nur sehr wenig von Friedrichs Bewehrung dieser beeindruckenden Burganlage übrig geblieben ist, ist sie ein guter Vorwand, Otranto zu besuchen!

 

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