Die barocke Pracht von Lecce

DIE GESCHICHTE APULIENS

Nach jahrzehntelanger Instabilität führt der Sieg über das Osmanische Reich in der Schlacht von Lepanto im Jahre 1571 zu einer Zeit relativer Ruhe in Apulien. Nach jahrelangem Schlummer wurde die kulturelle und künstlerische Flamme der Region neu entfacht. Der Bau zweckbedingter Befestigungsanlagen machte der Errichtung prächtiger Kirchen und glanzvoller Adelspaläste Platz... nirgendwo ist dies besser zu sehen als in Lecce.

Die Zeit des Friedens begünstigte den Einfluss einer Gruppe von Künstlern und Gönnern, die in etwas über 100 Jahren die eher provinzielle Garnisonsstadt Lecce in einen funkelnden Barockjuwel verwandelte.

Außerdem war Lecce mit Bodenschätzen gesegnet, insbesondere einer weichen, goldenen Kalksteinart, die inzwischen den Namen der Stadt trägt. Dank seiner ausgezeichneten Eignung zur Bearbeitung und Bildhauerei trug sie maßgeblich zur einmaligen künstlerischen Gestaltung Lecces bei.

Obwohl prunkvoll, überschwänglich und detailgenau, ist der Barockstil in Lecce doch kompakt und elegant ohne jenen bombastischen Beiklang, der so oft in der Architektur dieser Periode zu finden ist. Einige Kunsthistoriker bringen die Detailliertheit der Bildhauarbeiten mit dem plateresken Stil der spanischen Renaissance in Verbindung (Apulien stand derzeit unter spanischer Herrschaft), die ihre Inspiration der Präzision und Komplexität der Silberschmiedekunst verdankte.

Der Barock in Lecce ist überaus verspielt. Er vermischt mythische Kreaturen und fantastische Figuren mit Blumenmustern, ausgefallenen Motiven und stolzen Wappen in den edlen Palästen. Er ist eine Augenweide, und man muss sich auf die Kleinigkeiten konzentrieren, um einen wirklichen Eindruck des Ganzen zu erhaschen. 

Wie bei allen Kunstrichtungen ist es unmöglich, den genauen Beginn der barocken Bewegung in Lecce festzulegen. Ein wichtiges Ereignis geht sicherlich auf das Jahr 1639 zurück, als Bischof Luigi Pappacoda in seinen amaranthroten Roben in die Stadt rauschte!

In kürzester Zeit entwickelte er eine gute Beziehung zu einem der klügsten, talentiertesten Architekten jener Zeit, Giuseppe Zimbalo, Enkel eines Baumeisters, der bereits am Bau der Basilica di Santa Croce mitgewirkt hatte. Zimbalo arbeitete an vielen jener Gebäude, die so repräsentativ für den Barock in Lecce sind, darunter die Restaurierung des Doms (von Pappacoda in Auftrag gegeben) von 1659 bis 1670 und der überaus elegante Glockenturm, der wie ein Leuchtturm daneben steht. Er war auch verantwortlich für einen Großteil der dekorativen Arbeiten an der Fassade und am Rosettenfenster der Basilica di Santa Croce (als Fortführung der guten Arbeit seines Großvaters), an der Chiesa del Rosario, am Palazzo dei Celestini (1659-1695), heute Sitz der Landesregierung, und an der Säule des Sant’Oronzo auf der gleichnamigen Piazza.

Zu den anderen Künstlern, die zur Verschönerung Lecces beitrugen, gehörten Giuseppe Cino, Gabriele Riccardi, Cesare Penna und Mauro Manieri - alle Meister ihres Handwerks, welche zukünftigen Generationen eine der prächtigsten Städte Italiens hinterließen! Bummeln Sie durch diese Stadt, bewundern Sie ihre Schönheit und denken Sie an diese Meister!

 

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