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Ajaccio

REISEFÜHRER FÜR KORSIKA

Cours Napoleon ist Ajaccios zentrale Durchgangsstraße, die auf Befehl des Kaisers selbst gebaut wurde. Maison Bonaparte ist das Familienhaus und der Geburtsort des Kaisers, heute ein Museum, das seinem Leben gewidmet ist. Monumente, Straßen, öffentliche Plätze, Hotels, Bistrots, Bars, Cafés und sogar der Flughafen tragen Napoleons Namen. Und dann gibt es noch die Statuen: Napoleon in römischem Gewand auf dem Rücken eines Pferdes auf dem Place De Gaulle, Napoleon in heldenhafter militärischer Pose auf einem Pyramidensockel auf dem Place d'Austerlitz und Napoleon hoch über einem Springbrunnen auf dem Place Foch. Obwohl seit seiner Geburt im Jahre 1769 fast 200 Jahre vergangen sind, gilt Napoleon immer noch als Herzstück der Identität von Ajaccio.
 
Trotz des untrennbaren Bandes zwischen Napoleon und Ajaccio (die Stadt wurde kurioserweise angeblich nach einer anderen militärischen Legende benannt, nämlich dem griechischen Krieger Ajax) kann die Stadt auf eine lange Geschichte vor und nach „Little Boney“, wie die Briten ihn frotzelnd nennen, zurückblicken.
 
In der Tat beginnt die Geschichte Ajaccios wahrscheinlich im 2. Jahrhundert n. Chr. als römischer Hafen auf den Handelswegen zwischen Italien, Frankreich und der Iberischen Halbinsel. Im 6. Jahrhundert hatte die Stadt so sehr an Bedeutung gewonnen, dass sie zu einer Diözese ernannt wurde und der Federstrich von Papst Gregor dem Großen im Jahre 591 zeugte erstmals von ihrer Existenz. Mit dem Fall Roms wendete sich das Schicksal Korsikas wie auch das so vieler ehemaliger Provinzen des großen Reichs. Dann, im 13. Jahrhundert, begann die große Seefahrerrepublik Genua ein Interesse zu zeigen.
 
Im 15. Jahrhundert erbauten die Genueser Ajaccio neu an einem anderen Ort, wo heute das alte Stadtzentrum zu sehen ist. Die ligurische Supermacht wollte nur wenig mit der örtlichen Bevölkerung zu tun haben, sodass sich in der neuen Stadt ausschließlich Genueser Kolonisten niederließen. Sie erbauten eine eindrucksvolle Zitadelle und einen Gürtel unüberwindbarer Verteidigungsmauern, um sowohl überseeische Plünderer als auch die einheimischen Inselbewohner abzuwehren. Die Genueser waren nach Ajaccio gekommen, um zu bleiben, und genau das taten sie, bis zum späten 18 Jahrhundert.
 
Nach einem kurzen französischen Interregnum in den 1550er Jahren wurde Korsika kraft des Vertrags von Cateau-Cambrésis wieder an die Genueser übergeben. Die Inselbewohner betrachteten die Zuzügler mit Argwohn, und Mitte des 18. Jahrhunderts köchelten dieses Missfallen und Misstrauen über und lösten eine bewaffnete Rebellion unter Pasquale Paoli und seinen korsischen Republikanern aus, die einen Großteil der Insel unter ihre Kontrolle brachten. Paolis Streitkräften gelang es jedoch nicht, die Genueser aus den wichtigsten bewehrten Städten wie Ajaccio zu vertreiben, und es kam zu einer unruhigen Konfliktsituation. Schließlich erkannte die Seefahrerrepublik im Jahre 1768 eine Exitstrategie und verkaufte Korsika einfach an Frankreich. Es ist ein seltsamer historischer Zufall, dass Napoleon Bonaparte ein Jahr später als französischer Staatsbürger in Ajaccio zur Welt kam. Was wäre geschehen, wenn er als Genueser geboren worden wäre?
 
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Ajaccio zu einem sonnigen Winterurlaubsziel für Europas Oberschicht, insbesondere die Engländer, die die Hauptstadt Korsikas als eine attraktive Alternative zu Nizza und Cannes sahen. Sie erfreute sich so großer Beliebtheit, dass 1878 eine anglikanische Kirche erbaut und Teil der Altstadt als le quartier des étrangers bekannt wurde. Die berühmtesten Gebäude der Stadt stammen aus dieser Zeit, wie das Ex Grand Hotel (1869), Château Conti (1878) und Hotel Palace-Cyrnos (1880).
 
Ajaccios nächster Auftritt in der europäischen Geschichte erfolgte 1943, als die Stadt die erste in Frankreich wurde, die von der Nazi-Besetzung befreit wurden.
 
Heute ist Ajaccio eine sehr schöne Stadt, die einen Besuch lohnt, ob Sie an Napoleon interessiert sind oder nicht. Ihr alter Stadtkern flankiert den Hafen und die Marina an der Westseite einer umgekehrten Hufeisenbucht. Baumgesäumte Boulevards und Straßen münden in weitläufige öffentliche Plätze, die Aussichten auf das Meer bieten. Restaurants, Bistrots, Cafés und Bars machen sich auf Bürgersteigen breit, wie es französische Sitte ist, und ein täglicher Markt in Place Foch erfüllt die Morgenluft mit verführerischen Düften. An der südlichen Spitze der mächtigen Stadtmauern liegt die Zitadelle der Genueser aus dem 16. Jahrhundert.
 
Im Hinblick auf Kultur ist der offensichtliche Anziehungspunkt das Museum Maison Bonaparte, Napoleons Elternhaus. Wenn Ihr Durst nach Wissen, Lernen und Freude noch nicht gestillt ist, sollten Sie die Kunstgalerie Musée Fesch unbedingt in Ihr Programm aufnehmen. Zu seinen Höhepunkten zählt eine herrliche Kollektion italienischer Meister, darunter Botticelli, Perugino, Michelangelo, Fra Bartolomeo, Titian, Veronese und Vasari.
 
Ajaccio ist auch eine Stadt für Liebhaber des Meeres, und für sie stehen mehrere wunderschöne Sandstrände zur Auswahl, einer davon gleich unterhalb der Zitadelle. Und wenn das nicht genug ist an Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten, hat Ajaccio auch Wanderlustigen einiges zu bieten. Ein Weg, der Chemin des Crêtes, führt von der Stadtmitte hinauf in die duftenden, von Macchien überzogenen Hügel im Westen, von denen sich spektakuläres Ausblicke von Ajaccio über das Meer bis zu den Iles Sanguinaires ziehen, eine Fortsetzung des Archipels Tour de la Parata, eine schmale Landzunge an der südwestlichen Spitze des Gebiets von Ajaccio.
 
Ajaccio ist eine hübsche, reizvolle und fesselnde Stadt, die sich wirklich zu erkunden lohnt. Andere französische Städte mögen schöner, faszinierender oder romantischer sein, aber in keinen von ihnen sind die Straßen durchtränkt vom Geist des Napoleon Bonaparte.

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