Eine Einführung für Korsika

REISEFÜHRER FÜR KORSIKA

Einzigartige Schönheit, unendliche Vielfalt, tausendjährige Traditionen, reizende historische Städte, aufragende Berge, gastronomische Spezialitäten und eine riesige Anzahl weißer Sandstrände: Verbinden Sie alle diese Attribute und Sie erhalten eine Beschreibung, die Korsika nahekommt. Die Realität ist natürlich viel komplexer. Je mehr Sie an der Oberfläche kratzen, desto weniger lässt sich die Essenz dieser Insel fassen. Je mehr Sie erfahren, desto mehr möchten Sie lernen. 

Korsika liegt im Tyrrhenischen Meer, nur 12 km nördlich von Sardinien und näher an Italien als Frankreich, dem Land, zu dem die Insel gehört. Diese strategische Lage hat dafür gesorgt, dass ihre Geschichte bewegt und divers ist. Karthager, Griechen, Etrusker, Römer, Vandalen, Ostgoten, Byzantiner, Lombarden, Franken, Pisaner und Genueser – sie alle herrschten über die Insel, bis sie im bedeutsamen Jahr 1769 (dem Geburtsjahr Napoleons) von Frankreich erobert wurde. 

Jede herrschende Zivilisation hinterließ Spuren ihrer Kultur auf der Insel, und man kann durchaus behaupten, Korsika sei die „am wenigsten französische“ Region Frankreichs. Einige verbinden sie eher mit Italien als mit Frankreich – die korsische Sprache erinnert in vielerlei Hinsicht an das Italienische, viele Ortsnamen sind zweifellos italienischen Ursprungs und die italienische Herkunft vieler Speisen lässt sich nicht von der Hand weisen. Ein Großteil der Bevölkerung bezeichnet sich jedoch weder Französisch noch Italienisch, sondern schlicht Korsisch. 250 Jahre unter französischer Herrschaft haben den Traum nach Unabhängigkeit nicht dämpfen können, und nur selten war die Beziehung der Inselbewohner mit dem Mutterland unproblematisch.

Je mehr Sie an der Oberfläche kratzen, desto weniger lässt sich die Essenz dieser Insel fassen. Je mehr Sie erfahren, desto mehr möchten Sie lernen.

Viele kennen Korsika vor allem als Geburtsort von Napoleon Bonaparte, dessen Heimatstadt an der Westküste, Ajaccio, die Verwaltungshauptstadt der Insel ist. Zu den größeren Städten und Zentren gehören Bastia, Saint-Florent und Calvi im Norden, Cargèse an der Westküste, Corte in der Inselmitte, Porto Vecchio im Südosten und Bonifacio an der südlichsten Spitze. Sie alle lohnen einen Besuch, wenn Sie sich in der Region aufhalten. Dasselbe gilt für viele der charaktervollen, unberührten kleineren Dörfer in den Bergen wie das wunderschöne Sartène.

Mit einer Küstenlinie von rund 1000 km, glorreichen Sandstränden, einladendem, kristallklarem Wasser und einem beneidenswerten Klima überrascht es überhaupt nicht, dass Korsika im Sommer ein beliebtes Urlaubsziel ist. Im Vergleich mit zahlreichen anderen Reisezielen im Mittelmeerraum herrscht hier jedoch nur wenig Massentourismus. Hunderte von Stränden haben für jeden etwas zu bieten, von kinderfreundlichen Sandstränden mit flachem Gewässer und vielen Einrichtungen bis hin zu idyllischen, abgeschiedenen Buchten in unberührten Naturschutzgebieten. 

Obwohl Korsika administrativ in die Départements Corse-du-Sud (Südkorsika) und Haute-Corse (Oberkorsika) unterteilt ist, wird die Insel geografisch durch einen riesigen Bergzug in Osten und Westen gespalten. Mehr als 200 Bergspitzen erheben sich bis über 2000 m (der höchste ist Monte Cinto mit 2706 m) und etwa zwei Drittel der Insel kann als „bergig“ beschrieben werden. Es ist daher kein Zufall, dass Korsika auch ein Magnet für Wanderlustige ist. 

Das Leben auf der Insel wird von einem Gefühl der Zeitlosigkeit geprägt. Traditionen werden hier sorgsam gehütet, insbesondere wenn es um Essen geht. Während in Küstenregionen vor allem köstliche Fischgerichte vorherrschen, ist es das Hinterland, in dem korsische Spezialitäten – eine unwiderstehliche Vielfalt an Käse und geräuchertem Fleisch – hergestellt werden. Mahlzeiten erinnern Besucher möglicherweise an Italien, aber dafür gibt es eine einfache Erklärung: Viele der gastronomischen und önologischen Traditionen der Insel gelangten im Laufe der Jahre auf dem Seeweg von Il Bel Paese zur Insel.

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